Buch Rezension: Feldhasen fördern funktioniert!

Wenig Tiere sind in Mitteleuropa so bekannt wie der Feldhase. In den letzten Jahrzehnten haben die Bestände in vielen Regionen abgenommen.

In der Schweiz wurde vor einigen Jahren das Projekt Hopp Hase gestartet. Im Rahmen des Projekts hat man verschiedene Maßnahmen umgesetzt und wissenschaftlich erforscht wie sich diese auf Feldhasen (und auch auf Ackerwildkräuter und einige Vogelarten) auswirken.

Die Ergebnisse sind in dem hier besprochenen Buch zusammengefasst welches der Haupt Verlag und die Bristol Stiftung unterdem Titel „Feldhasen fördern funktioniert“ im Juli 2017 veröffentlicht haben.

Am Anfang gehen die Autoren auf die Bestandsentwicklung und Lebensraumansprüche des Feldhasen ein und stellen die Fragen was denn überhaupt ein guter Feldhasenbestand ist.

Dabei wird u.a. deutlich dass die Art in der Agrarlandschaft oft deutlich häufiger ist als in den Steppen Asiens wo der Feldhase ursprünglich herstammt.

Für die Schweiz wird die historische Entwicklung beschrieben und wie sich verschiedene Einflüsse wie Jagd, Landwirtschaft, Hunde in der Landschaft oder die Bekämpfung von Prädatoren auf die Bestände von Feldhasen auswirken können. 

Das ist sehr interessant und eine wichtige Wissensgrundlage für effektive Schutzmaßnahmen.

Anschließend werden im Detail die umgesetzen Maßnahmen wie Brachen, dünn gesätes Getreide, seltene Mahd oder der Schutz vor freilaufenden Hunden beschrieben und deren Wirksamkeit bewertet.

Angenehm an dem Projekt HOPP Hase ist, dass man sich gegen eine radikale Bekämpfung von Prädatoren (Fuchs, Marder, Greifvögel, usw) ausgesprochen hat. Die Autoren sahen hier sowohl ethische Bedenken (darf man eine Tierart stark bekämpfen und eine andere zu schützen?) als auch rechtliche Hürden (bestimmte Arten wie Hermelin oder Greifvögel sind in der Schweiz geschützt). Zudem wäre der Aufwand für eine effektive Reduktion der Beutegreifer Bestände immens und nach Beendigung der Maßnahmen der Effekt bald wieder weg).

Neben den Effekten der Schutzmaßnahmen auf die Feldhasen selbst werden auch kurz positive Effekte bei Ackerwildkräutern und Vögel beschrieben. So hat u.a. das Schwarzkehlchen von den Maßnahmen profitiert. Leider konnten keine positiven Effekte bei der Feldlerche nachgewiesen werden.

Der Text in dem Buch ist ausführlich genug dass man sich einen guten Überblick über die Wirksamkeit der angewendeten machen kann. Die Sprache ist leicht verständlich und auch für Laien kein Problem.

Dank eines umfangreichen Literaturverzeichnis kann der interessierte Leser noch tiefer in das Thema einsteigen.

Mit vielen Fotos ist das Buch auch schön gestaltet.

Der Preis ist mit 36 Euro etwas hoch. Er scheint für alle Bücher aus der Bristol-Reihe gleich zu sein, egal ob ein Buch nur etwa 100 Seiten oder deutlich über 200 Seiten hat. Evtl. kann man hier in Zukunft etwas flexibler sein.

Jedem der sich ernsthaft für den Schutz des Feldhasen interessiert sei dieses Buch dringend empfohlen.

Übrigens kann auch das wundervolle Buch „Die Kleine Wildnis“ von Helen Müri aus der gleichen Reihe unbedingt empfohlen werden. Hier wird ausführlich auf die Ökologie und den Schutz der kleinen Raubsäuger (z.B. Mauswiesel, Hermelin, Iltis, etc) eingegangen.

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