Buch Rezension: Greifvögel Europas

Für viele Menschen gehören Greifvögel zu den faszinierendsten Vogelarten. Auch unter Vogelbeobachtern sind sie sehr beliebt. Die Bestimmung einiger Arten in  Europa stellt auch erfahrene Beobachter immer wieder vor Herausvorderungen, so z.B. die Weibchen von Wiesen-, Steppen- und Kornweihe oder einige der Adler, vor allem Schell- und Schreiadler. Letztere hybridisieren zum Teil auch noch, was eine Bestimmung noch schwieriger macht.

Heute hat man als Vogelbeobachter zum Glück hervorragende Literatur für viele Regionen der Erde, so z.B. das wunderschöne und kürzlich erschienene Buch über die Greifvögel Afrikas (African Raptors) oder vom gleichen Autor zu den Greifvögeln in Mexiko und Mittelamerika (Raptors of Mexico and Central America).

Auch für Europa gibt es mehrere gute Bücher für die Bestimmung der Greifvögel. Unbedingt empfehlenswert ist Flight Identification of Raptors of Europe, North Africa and the Middle East von Dick Forsman.

Im Haupt Verlag ist jetzt ein aktuelles deutsches Werk mit dem Titel Greifvögel Europas zur Bestimmung der Greifvögel (inkl. Falken) erschienen. Es ist eine Übersetzung aus dem Dänischen. Autor ist Lars Gejl von welchem auch ein wunderschönes Buch über die Watvögel Europas erschienen ist.

Der geographische Fokus bei Gejl liegt auf Europa währed Forsman in seinem oben erwähnten Buch auch noch Nordafrika und Teile Asiens behandelt. So findet man dort z.B. noch Informationen zum Kaffernadler oder den Hochlandbussard welche bei Gejl fehlen.

Das Buch behandelt alle in Europa regelmäßig vorkommenden Greifvogelarten mit einem Schwerpunkt auf die Bestimmung der Arten. Am Anfang gibt es eine knappe Einführung in des Leben der Greifvögel. Falken werden auch behandelt obwohl man diese mittlerweile näher zu den Papageien und Singvögeln stellt. Eulen werden nicht behandelt.

Jede Art wird mit vielen verschiedenen Fotos dargestellt. Hilfreich ist, dass bei vielen Fotos kleine schwarze Pfeile auf wichtige Merkmale hindeuten. Wo Weibchen und Männchen sich unterschieden (z.B. bei den Weihen) werden natürlich beide abgebildet. Auch Jungvögel und immature Vögel werden ausführlich beschrieben. Dies ist gerade bei Arten, wo die Jungvögel sehr anders aussehen als die Altvögel (z.B. bei Östlichem und Spanischem Kaiseradler), sehr hilfreich ist.

Die Qualität der Fotos ist meist hervorragend und auch die Anordnung der Fotos ist sehr übersichtlich. Man kann sehr gut die unterschiedlichen Merkmale der jeweiligen Arten erkennen.

Der Text ist ausführlich genug um auch mit schwierigen Arten  zurecht zu kommen.

Sehr nützlich sind auch die Vergleichstafeln am Ende des Buches. Hier werden ähnliche Arten nebeneinander vorgestellt um sie besser vergleichen zu können. Beispiele sind u.a. die Geier, 4 oft schwierige Adler (Steppenadler, Schreiadler, Schelladler, Östlicher Kaiseradler), weibliche Weihen, Bussarde, Großfalken und kleinere Falkenarten.

Wie schon erwählt liegt der Schwerpunkt des Buchs von Lars Gejl auf der Bestimmung der Vögel. Daneben finden man einige knappe Informationen über den Zug und die Brutbiologie. Auch die Nahrung der Arten wird kurz beschrieben, komischerweise aber im Kapitel zur Brutbiologie.

Wer mehr über die Biologie und den Schutz der Arten erfahren möchte, der sollte sich unbedingt das umfangreiche Werk Die Greifvögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens aus dem Kosmos Verlag zulegen.

Fazit

Ein wunderschönes Buch und Muss für jeden der sich für die Bestimmung der europäischen Greifvögel interessiert. Auch wenn man das Buch von Forsman oder andere Werke schon hat – über Greifvögel kann man eigentlich nie genug Bücher besitzen!