Buch Rezension: Hecken – Lebensräume in Garten und Landschaft

Hecken sind – wo sie noch stehen – ein auffälliger Bestandteil der Kulturlandschaft. Oft über viele Jahrzehnte oder länger gewachsen, bieten sie vielen Tieren Lebensraum. Vom Käfern und Schmetterlingen bis hin zu Greifvögeln wie dem Mäusebussard, der die Hecken für die Ansitzjagd nutzt. Sofern größere Bäume vorhanden sind, kann sogar der sehr seltene Östliche Kaiseradler in Hecken brüten (in Mitteuropa nur im Osten, z.B. im Burgenland und Niederösterreich).

Der Biologie Uwe Westphal hat in mit Hecken – Lebensräume in Garten und Landschaft: Ökologie, Artenvielfalt, Praxis ein sehr lesenswertes Buch über den Lebensraum Hecke und dessen Schutz geschrieben.

Das Buch gliedert sich grob in 2 Teile. In der ersten Hälfte des Buches erklärt der Autor die Geschichte und ökologische Bedeutung von Hecken. Hecken sind ein vielfältiger Lebensraum für Pflanzen, Insekten, Vögel, Amphibien, Reptilien und Säugetiere.

Man lernt wie unterschiedliche  Arten die Hecken nutzen, welche Arten eher alte Hecken und Bäume mögen, welche eher den Bodenbereich nutzen (z.B. Rebhühner)  und vieles mehr.

Interessant ist auch die Ausführung zur Vernetzung von Biotopen mit Hecken. Der Autor sieht hier durchaus Möglichkeiten, aber kein Allheilmittel. Eine insgesamt abwechslungsreiche Kulturlandschaft (mit möglichst wenig Einsatz von Pestiziden) ist besser als großflächige Monokulturen von Mais und Raps mit einer einzigen Hecke in der Mitte.

Generell wird beim Lesen das Buches klar, dass die Hecke vor allem dann ein hervorragender Lebensraum ist wenn auch das Umfeld stimmt. So brauchen z.B. Neuntöter oder Dorngrasmücke viele Insekten zum Überleben. Diese finden sie nicht wenn direkt neben der Hecke alles totgespritzt ist

Mit den Ausführungen im ersten Teil des Buches hat man als Naturschützer ein solides Hintergrundwissen um die Hecken und deren ökologische Bedeutung einschätzen zu können.

Danach kann man in der zweiten Hälfte des Buches lernen wie man bestehende Hecken pflegt und wie man neue anlegt. Der Autor betont dass neue Hecken nicht sofort die gleiche Artenvielfalt aufweisen können als Hecken die schon über Jahrzehnte oder länger in der Landschaft stehen. Das ist natürlich kein Grund keine Hecken anzulegen aber man sollte vor allem auch bestehende schützen und pflegen.

Zu beachten ist auch dass, man nicht überall Hecken pflanzen sollte. In offenen Heidelandschaften wo z.B. viele Feldlerchen brüten, kann eine Hecke das Gebiet zumindest für die Feldlerche entwerten.

Wer einen Garten hat findet am Ende des Buches auch noch wertvolle Informationen zur Anlage von Hecken im eigenen Garten.

Das Buch liest sich sehr angenehm. Der Autor kann wissenschaftliche Erkenntnisse sehr gut vermitteln.

Fazit

Ein rundum gelungenes Buch, das jedem der sich für die Ökologie, Pflege oder Neuanlagen von Hecken interessiert, uneingeschränkt empfohlen werden kann. Hoffentlich trägt es auch zum besseren Schutz der Hecken in unserer Landschaft bei.