Buch Rezension: „Siegertypen: Überlebensstrategien der Greifvögel“

Seeadler auf dem Titelbild. Das macht Eindruck. Wenige Vögel faszinieren die Menschen mehr als die großen Adler. In Deutschland und Österreich geht es gerade mit dem Seeadler wieder bergauf. Daher bezeichnen ihn die Autoren dieses Buches auch als „Siegertypen“.

Greifvögel benötigen weiterhin unseren Schutz und unsere Aufmerksamkeit. Und da ist es wichtig, dass sich nicht nur wenige Spezialisten mit den Arten auskennen, sondern dass auch die breite Bevölkerung sich für Seeadler, Habicht oder Baumfalke begeistern kann. Hierfür muss man den Menschen die Schönheit und Faszinationen der Greifvögel nahe bringen.

Den Autoren und Fotografen Dietmar Nill, Torsten Pröhl und Bernhard Ziegler gelingt das mit ihrem Buch „Siegertypen“ meiner Meinung nach sehr gut. Nicht nur das Cover-Foto mit dem Seeadler ist hervorragend. Die hohe Qualität der Fotos zieht sich durch das ganze Buch und man ist immer wieder am Stauen. Besonders beeindruckend sind die Bilder von einem Wespenbussard der von dutzenden Bienen bedeckt ist – und sich dabei offensichtlich wenig beeindrucken lässt.

Das Buch behandelt viele der in Mitteleuropa vorkommenden Greifvogelarten. Jede Art wird mit kurzen Texten und einer Sammlung beeindruckender Fotos vorgestellt. Die Texte sind eine Mischung aus persönlichen Erlebnisse der Autoren und einigen Informationen zur Biologie und dem Schutz der Arten. Das Buch behandelt u.a. Seeadler, Fischadler, Schreiadler, Baum- und Wanderfalke, Rot- und Schwarzmilan, Wespenbussard oder Bartgeier. Die Texte sind einfach und schnell zu lesen. Mehr Zeit verbringt man mit dem Betrachten der Fotos die einem viel Einblick und das Leben der verschiedenen Arten geben.

Ein paar kleine Kritikpunkte: Mir persönlich fehlen Kapitel zu Turmfalke und Mäusebussard. Diese beiden Arten sind unsere häufigsten Greifvögel und können auch vom Laien am einfachsten beobachtet werden. Der Bartgeier ist nicht wirklich der größte Greifvogel Europas. Mönchsgeier können eine noch größere Spannweite (bis 295cm) erreichen und sind auch schwerer aus Bartgeier. Auch würde ich den Seeadler nicht in das Kapitel „Nahrungsspezialisten“ packen, hat er doch mit Fischen, Vögel, Säugetieren und Aas ein sehr flexibles Beutespektrum – auch wenn  Fische besonders zur Brutzeit bevorzugt werden falls vorhanden. Sogar die Autoren erwähnen sein „breites Beutespektrum“. Diese Kritikpunkte sind meiner Meinung allerdings nach Kleinigkeiten und mindern die Qualität das Buches nicht wirklich. Evtl. kann man sie ja bei einer 2. Auflage berücksichtigen.

Fazit

Dem Buch gelingt es seinen Zweck zu erfüllen und ich werde es bestimmt gerne mal verschenken um die Begeisterung für die Greifvögel zu fördern. Ich empfehle das Buch jedem der sich bisher noch nicht viel mit unseren Greifvögel beschäftigt hat oder ein schönes Geschenk sucht. Auch wer einfach nur gerne hervorragende Naturfotos anschaut wird an dem Buch seine Freude haben.

Wenn man mehr wissen möchte

Manch einer wird sich mehr Informationen und ausführlichere Texte wünschen als in dem Buch „Siegertypen“. Und vielleicht sucht man auch Informationen zu weiteren Arten die in dem Buch nicht behandelt werden wie z.B. Mönchsgeier, Steinadler, Habichtsadler, Spanischer und Östlicher Kaiseradler oder Sakerfalke. Hier gibt es zum Glück das hervorragende Buch von Daniel Schmidt und Theodor Mebs mit dem Titel „Die Greifvögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens„. Hier werden alle Arten Europas, Nordafrikas und  Vorderasiens in ausführlichen Kapitel behandelt.  Man findet viel Interessantes über Verbreitung, Zugverhalten, Brutbiologie, Nahrung, Jagdverhalten und zum Schutz der einzelnen Arten findet. Eine ausführliche Rezension zu diesem Buch folgt.

Weitere Infos beim Verlag:

Siegertypen – die Überlebenstrategien der Greifvögel

Die Greifvögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens

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