Buch Rezension: Verhaltensbiologie

Das Verhalten der Tiere ist mindestens so vielfältig wie ihr Aussehen. Mittlerweile hat die Wissenschaft viel über das Verhalten der Tiere gelernt, auch wenn noch ganz viele Fragen offen sind.

Immer mehr Menschen sehen auch, dass nicht alle Tiere nur von Instinkt getrieben sind sondern dass zumindest einige Tiere beeindruckende kognitiven Fähigkeiten besitzen, z.B. Primaten, Wale (inkl. Delfine), Rabenvögel oder Papageien. In den nächsten Jahren wird da bestimmt noch viel Neues erforscht werden.

Leider sind viele Ergebnisse der Forschung nur in Fachjournalen oder dicken Büchern zu finden die nicht jeder lesen will oder die viel Vorbildung, z.B. im Bereich Genetik, Evolutionsbiologie oder Neurologie voraussetzen.

Mit dem neuen Buch Verhaltensbiologie von Christoph Randler aus dem Haupt Verlag liegt jetzt eine gut verständliche Einführung in das Thema vor.

Das etwa 250 Seiten dicke Buch richtet sich lt. Buchrücken an Studienanfänger der Biologie. Für diese Gruppe ist es mit Sicherheit sehr gut geeignet. Aber mit dieser Beschreibung schreckt man evtl. andere Leser ab, die nicht gerade ein Biologie-Studium beginnen. Das ist schade, denn das Buch setzt keine großen Vorkenntnisse voraus und kann von jedem gelesen werden der sich für das Verhalten der Tiere interessiert und eine fundierte wissenschaftliche Einführung sucht.

Das Buch bedient sich Beispielen aus der ganzen Welt. Oft werden Vögel und Säugetiere als Beispiele verwendet aber auch Amphibien, Fische oder Insekten findet man immer wieder. Das gibt dem Buch eine breitgefächerte Basis.

In den ersten Kapiteln definiert der Autor das Thema Verhaltensbiologie und geht auf die Methodik ein. Das ist vor allem für Stundenten und Wissenschaftler interessant, aber auch für Laien, die verstehen wollen wie die Wissenschaftler arbeiten um deren Ergebnisse besser beurteilen zu können.

Später folgen dann Kapitel zu den verschiedenen Themen der Verhaltensbiologie, z.B.

  • Nahrungssuche
  • Räuber-Beute-Beziehungen: Anti Prädationsverhalten
  • Partnerwahl und Fortpflanzung
  • Brutverhalten
  • Lernen, Gedächtnis und Kognition
  • Kommunikation
  • Sozialverhalten, Soziobiologie und soziale Evolution.

Am Schluss erklärt der Autor die Bedeutung der Verhaltensbiologie für den Naturschutz. Das kann natürlich nur eine Einführung sein, hier muss der Leser noch auf tiefergehende Literatur zurückgreifen, z.B. An Introduction to Conservation Biology.

Auch bei anderen Themen wird man sich evtl. noch weitere Literatur besorgen. Mit dem Buch von Chrstoph Randler hat man aber eine gute Grundlage um weiterführende Literatur besser verstehen zu können.

Das Buch ist angenehm und flüssig zu lesen. Neue Begriffe werden dick hervorgehoben. Evtl. hätte man am Ende noch ein Glossar einfügen können, aber da der Text die neuen Begriffe gut erklärt kann man das Fehlen eines Glossars verschmerzen.

Optisch ist das Buch schön gestaltet mit vielen Fotos und gut gemachten Grafiken.

Hilfreich ist auch, dass am Ende eines jeden Kapitels noch weiterführende Literatur aufgeführt wird mit welcher der Leser tiefer in ein Thema einsteigen kann. Zusätzlich findet man natürlich am Ende des Buchs die in den einzelnen Kapiteln zitierte Literatur.

Fazit

Das Buch von Christoph Randler ist ein rundum gelungener Einstieg in die Verhaltensbiologie. Empfehlenswert für jedermann, nicht nur für Studenten und Wissenschaftler.