Östlicher Kaiseradler: 18 Brutpaare 2016 in Österreich

Östlicher Kaiseralder , Niederösterreich. © Markus Jais

Der Östliche Kaiseradler ist einer der seltensten Greifvögel Europas. Er brütet u.a. in Ungarn, Rumänien, Bulgarien und der Slovakei. Lange verfolgt war die Art kurz vor der Ausrottung. Aber seit einigen Jahrzehnten geht es wieder aufwärts mit dem Bestand und in Ungarn waren es 2010 bereits 119 bekannte Paare. Durch die Zunahme in Ungarn und der Slovakei wurde auch Österreich wieder besiedlet und 1999 brütete das erste Paare.

Dank der Zunahme in den Nachbarländern und Schutzmaßnahmen in Österreich hat sich der Bestand positiv entwickelt und 2016 haben bereits 18 Paare insgesamt 31 Jungvögel großgezogen. Das sind 11 Jungvögel mehr als 2015 und ein sehr hoher Bruterfolg für einen so großen Adler. Das spricht u.a. für die sehr gute Nahrungssituation im Osten Österreichs.

Der Östliche Kaiseradler brütet im Osten Österreichs vom Burgenland entlang der Grenze zu Ungarn und Slovakei bis hoch zur tschechischen Grenze. In den Alpen kommt er nicht vor (da brüten die noch größeren Steinadler).

Von den 18 Paaren brüteten 13 in Niederösterreich und 5 im Burgenland.

Trotz der Zunahme ist weiterhin ein umfassender Schutz nötig. Immer noch werden Adler illegal getötet (durch Gift oder Abschuss) oder verunglücken bei ihren Wanderungen (z.B. nach Osteuropa) an ungesicherten Stromleitungen. Auch die immer intensivere Landwirtschaft stellt eine Bedrohung dar. Der Kaiseradler braucht ausreichend Beute, z.B. Hamster, Kaninchen, Feldhasen oder Vögel wie Tauben, Rebhühner oder Krähen. In einer ausgeräumten Agrarlandschaft verschwinden viele seiner Beutetiere. Außerdem benötigt er stabile Bäume für die Anlage seines großes Nests. Und die gerade im Osten Österreichs immer häufigeren Windkraftanlagen können am falschen Standort auch zu einer Bedrohung werden.

Trotz der Herausforderungen ist die Geschichte des Östlichen Kaiseradler in Österreich bisher eine Erfolgsstory und es ist z.B. für Besucher im Nationalpark Neusiedler See heute wieder einfacher diese faszinierenden Vögel zu beobachten. Dabei sollte man unbedingt aufpassen die  Vögel nicht zu stören. Sieht man ein Nest sollte man nicht näher als 800 oder 1000 Meter rangehen (im Nationalpark dürfen viele Gebiete nicht betreten werden). Die Adler sind gerade während der Brutzeit sehr empfindlich. Ein Spektiv ist sehr hilfreich.

Birdlife Österreich arbeitet für den Schutz der Kaiseralder in Österreich. Unter anderem werden Adler besendert um mehr über ihr Verhalten und potentielle Todesursachen zu erfahren. Außerdem werden Maßnahmen zum Schutz der Horstbäume und Lebensräume durchgeführt.

 

Weitere Informationen:

Birdlife Österreich:

Rekordjahr für Österreichs Kaiseradler

Auf meiner  Website über europäische Greifvögel gibt es ein deutsches Interview zu dem Projekt CORO-SKAT welches sich um Greifvögel (inkl. Kaiseradler) und Störche in Österreich und der Slovkakei kümmert.

Interview mit Matthias Schmidt (Birdlife Österreich) über CORO-SKAT